Apr 16 2016

Außenansichten

Damit es hier endlich weitergeht, habe ich die Seite jetzt – ohne sichtbare Auswirkungen auf die Gestaltung – komplett überarbeitet. Außerdem habe ich inzwischen diverse Fotos gesichtet, von denen ich hier in der nächsten Zeit eine ganze Reihe präsentieren werde. Viele Aufnahmen, die erst noch gescannt werden müssen, werde ich nach und nach ergänzen oder in gesonderten Beiträgen veröffentlichen.

Beginnen wir mit dem Hauptmotiv. Da auch diese Bildergalerie noch nicht vollständig ist, werde ich den jeweiligen Aktualisierungsstand vermerken.

Letzte Aktualisierung am 16. April 2016

Rathausstraße 11
1974-1979

Okt 31 2014

Zeitreise: Studentenbuden in den 70er Jahren

Kiel - Wohngemeinschaft Rathausstraße 11

1975 wurde bei uns in der Rathausstraße 11 ein Beitrag für das Nordschau-Magazin gedreht, der sich jetzt leider endgültig als verlorengegangen herausgestellt hat.

Dafür gibt es aber anderes Filmmaterial aus dieser Zeit, das der NDR in der nächsten Folge in seiner Rubrik ZEITREISE zeigen wird. Zusätzlich werden auch ein paar Bilder verwendet, die wir selbst zur Verfügung gestellt haben. Wer sich für die damaligen studentischen Wohn- und Lebensbedingungen in Kiel interessiert, sollte sich den Beitrag auf jeden Fall ansehen – zumal wir auch persönlich zu Wort kommen.

NDR Fernsehen – Schleswig-Holstein Magazin

Zeitreise: Studentenbuden in den 70er Jahren

© NDR 2014 | 6 Min. | Bericht: Karl Dahmen
Sendung: Sonntag, 2. November 2014 um 19:30 Uhr
Wiederholung
: Montag, 3. November 2014 um 10:00 Uhr

Es empfiehlt sich, die Sendung „live“ anzuschauen, da die die meisten „Zeitreise“-Beiträge nicht in der NDR Mediathek verfügbar sind.

Jan 06 2014

Stones ’76

The Rolling Stones
Ostseehalle 1976

In der Kieler Ostseehalle – gleich um die Ecke unserer WG – traten im Rahmen ihrer Europa-Tournee am 2. Mai 1976 die Rolling Stones auf. Ursprünglich für die Ernst-Merck-Halle in Hamburg geplant – war es eine kleine Sensation, als bekannt wurde, dass dieses Konzert nach Kiel verlegt worden war.

Das damals aktuelle Album Black And Blue war zwar nicht (mehr) ganz nach unserem Geschmack, aber einmal die Stones live zu erleben, war natürlich Ehrensache, zumal der Eintritt mit 20 Mark gerade so viel kostete wie eine normale Langspielplatte.

Rolling-Stones-Ticket - Ostseehalle Kiel 1976

Das Konzert selbst war – bis auf einige wenige Stücke wie You Can’t Always Get What You Want und Happy von Keith Richards nicht wirklich mitreißend. Da war erst einmal die bis heute kühle Atmosphäre und die schlechte Akustik der Ostseehalle und zum anderen eine irgendwie unmotivierte Truppe von zugedröhnten oder gelangweilten Altrockern, die mit anderthalbstündiger Verspätung – was auch zu aufkeimenden Aggressionen im Publikum führte – anscheinend so schnell wie möglich ihr Pflichtprogramm runterspielen wollten. Aber – wie gesagt – es gab auch Highlights und so wurde das neunzigminütige Event insgesamt doch zu einem außergewöhnlichen und bleibenden Erlebnis.

Nach dem Konzert berichtete der NDR über dieses Ereignis, und das gleich zweimal. Zunächst gab es am 3. Mai um 17 Uhr im „Club“, der montags von Henning Venske moderiert wurde, einen sehr detaillierten Verriss von Rainer Wulff und später eine etwas wohlwollendere Rezension von Werner Burkhardt in seinem „Pop-Kommentar“.

NDR 2 – Der Club – 3. Mai 1976

NDR 2 – Werner Burkhardts Pop-Kommentar – Mai 1976

Kieler Nachrichten vom 4. Mai 1976

Die Stones jedenfalls waren zufrieden
Rund 8000 Zuschauer in der Ostseehalle – Stars kamen mit Verspätung

Mick Jagger, der Lead-Sänger der Rolling Stones, zeigte seinen Fans, daß er noch der Alte ist. Foto: Harder(ar/WS) Konfetti spuckte ein Drache ins Publikum, Mick Jagger ergriff Wassereimer und kühlte die Fans ab, goß den letzten Eimer über sich selbst: „Good night!“ Zugabeforderungen erstickte überlaute, ohrenbetäubende Marschmusik. Das größte Rock-Musik-Ereignis in der Geschichte der Ostseehalle war beendet: die Show der Rolling Stones in der ersten Stunde des 3. Mai.

Ungeduldige Fans hatten stundenlang vor der Ostseehalle gestanden, eine Vorgruppe über sich ergehen lassen und bis kurz vor 23 Uhr gewartet, ehe die Rolling Stones mit „Honky Tonk Woman“ ihr Programm eröffneten. 90 Minuten tanzte und lief dann Mick Jagger auf der Bühne herum, steigerte Gesang und Bewegung im Einklang mit den Rhythmen seiner Band, hämmerte Charlie Watts auf sein Schlagzeug, erklangen die Gitarrenläufe Keith Richards und Ronnie Woods auf dem Hintergrund des Baßspiels von Bill Wyman, verstärkt durch Organist Billy Preston und Percussionist Ollie Brown.

Etwa 8000 Fans hörten alte und neue Stücke, waren spätestens bei „It‘s only Rock’n’Roll“ für die lange Wartezeit versöhnt und bei „Midnight Rambler“ mitgerissen. Die Stones boten eine perfekte Rockshow, zeigten, daß sie auch nach 14 Jahren noch die Größten sind, die „bad boys“ der Rockmusik – laut, wild und aggressiv. Fast könnte man sagen, sie sind schon selbst die Show, die Inkarnation des Rock‘n‘Roll.

Heile Welt hinter der Bühne

Die größten Nörgler und Exzentriker des internationalen Showgeschäftes erlebten in Kiel ein völlig neues Gefühl: Sie waren zufrieden. Manager Peter Rudge nahm den abgekämpften Kieler Veranstalter Ulrich Gerhartz beiseite, klopfte ihm auf die Schulter und sprach ihm ein dickes Lob aus. Die Stones kassierten am Sonntagabend in der Ostseehalle über 100 000 DM. Allerdings kosteten Umbau und Technik ein Vermögen.

Die Polizei und die Verwaltung der Kieler Ostseehalle zeigten derweil, wie man mit Präsenz und geschickten Einsätzen jede Radauszene im Keim ersticken kann. Als über 50 Rocker versuchten, eine Tür zu stürmen, wurden Schlagstöcke eingesetzt. Einen Steinwerfer verfolgte man bis in eine Diskothek und nahm ihn fest.

Hinter der Bühne spielte sich ein heiles Familienleben ab. Mick Jagger kümmerte sich um seine Bianca, und die Ehefrau von Charlie Watts fütterte ihr Baby mit Brei. Alles war, wie Gerhartz feststellte, „wahnsinnig normal“. Er kam aber trotzdem nicht zur Ruhe. Die Stones orderten zwei Eimer Eis zum Kühlen und französischen Cognac. Ganz schnell – aber auch das schafften die Kieler Veranstalter.

Kieler Nachrichten vom 4. Mai 1976

In der Nacht vor der Veranstaltung wurden in der Ostseehalle einige Promotion-Videos für die neue LP Black And Blue gedreht, die heutzutage in sehr ordentlicher Qualität verfügbar sind.

Hot Stuff

Hey Negrita

Fool To Cry

Crazy Mama

Mai 10 2012

Frische Farbe

Fensterflügel und die 11 (1974)

Apr 10 2012

„… einmalig in der Bundesrepublik“

KIELER EXPRESS (Dezember 1974)

Studenten „rüsten“ alte Häuser auf

Sonderaktion der Evangelischen Studentengemeinde –
Neun Häuser bereits belegt

»(epd) Leerstehende und zum Abbruch bestimmte Häuser in Kiel und Umgebung werden auf Initiative der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) der Christian-Albrechts-Universität als Wohnraum genutzt. In Zusammenarbeit mit dem „Verein für Wohnraumbeschaffung für Studenten und Auszubildende“ hat die ESG inzwischen in neun Häusern rund hundert Unterkünfte für Studenten vermitteln können. Die Häuser wurden von den Studenten in Eigenarbeit renoviert. Dafür rechnen ihnen die Hauseigentümer geringere Mieten an.

Studentenpastor Dr. Klaus Onnasch bezeichnete die Wohnaktion der ESG als einmalig in der Bundesrepublik. „In diesem Umfang kümmert sich keine andere Studentengemeinschaft um die Lösung des Wohnproblems“, sagte Onnasch. In Preetz sei es in Übereinkunft mit dem Landesamt für Denkmalschutz und einer Firma des Ortes gelungen, ein verlassenes, unter Denkmalschutz stehendes Wohnhaus für Studenten nutzbar zu machen. Sie „rüsteten“ das Haus zum Wohnen wieder auf und erreichten damit, daß der Eigentümer die Auflagen des Denkmalamtes erfüllt. Die Denkmalpfleger unterstützten die in ihrem Sinne tätigen Studenten mit einem Zuschuß von 3500 DM.

Das Thema „Wohnen“ gehört zum festen Bestandteil des Arbeitsprogramms der Kieler Studentengemeinde. Ein Arbeitskreis widmet sich ausschließlich den damit verbundenen Fragen und Problemen. Demnächst wollen die Studenten eine Untersuchung über den Kieler Wohnungsmarkt erarbeiten. Etwa zweimal im Semester lädt der Arbeitskreis die studentischen Wohngemeinschaften, die in den wieder hergerichteten Häusern untergebracht sind, zu einem geselligen Treffen ein.

Besonderen Anklang, so berichtete Dr. Onnasch, hat auch der „Treffpunkt Wohnen“, den die ESG in ihren Räumen in der Universität für alle Studenten anbietet, gefunden. Der Andrang sei so groß, daß für diese offenen Treffen keine Einladungen mehr herausgegeben werden könnten. Beim „Treffpunkt Wohnen“ haben die Studenten Gelegenheit, in zwangloser Form untereinander Kontakt aufzunehmen. Auch mit dieser Veranstaltung versuche die ESG „innerhalb der Hochschule ein Ort zu sein, wo sich jeder mit seinen Ideen, aber auch Schwierigkeiten einbringen kann und akzeptiert wird.“«

KIELER EXPRESS (Dezember 1974)

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